Auf der Gass das Können zeigen

Wirtschaftsvereinigung: Überwälder Handel, Handwerk und Gewerbe haben ein Schaufenster, in das die ganze Region blickt.

WALD-MICHELBACH. „Der Gassenmarkt ist ein Highlight für unsere Region und weit darüber hinaus bekannt, sodass alljährlich Besucher auch aus weiter entfernten Städten und Gemeinden den Weg nach Wald-Michelbach finden“, freute sich Sabine Weber, Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Überwald (WVÜ), bei der Eröffnung des zehnten Auflage dieser Veranstaltung.

Gut erinnerte sie sich noch an die Premiere im Jahr 2001. „Wir standen bei Regen und dicken Wolken auf der Bühne und waren skeptisch, ob die Veranstaltung ein Erfolg wird.“ Nach einem Böllerschuss habe der Regen aber schlagartig aufgehört und die Wolken seien wie weggeblasen gewesen. An beiden Tagen habe gutes Wetter geherrscht und der Besucherandrang alle Erwartungen weit übertroffen.

Die Resonanz der Teilnehmer und die Besucherzahlen wertet sie als Bestätigung, dass die WVÜ mit dem neuen Konzept auf dem richtigen Weg ist. Der Gassenmarkt sollte die Überwälder Verkaufsausstellung als Leistungsschau von Handel, Handwerk und Gewerbe nicht nur ersetzen, sondern übertrumpfen. Damit der Erfolg anhalte, sei der zuständige Arbeitskreis der WVÜ immer auf der Suche nach Attraktionen, die auch neue Besucherkreise ansprechen. Da nur begrenzte Mittel zur Verfügung ständen, sei dies nicht immer leicht. Die Vorsitzende versicherte aber, dass stets und ständig daran gearbeitet werde, den Markt als regional durchgeführte und überregional wirkende Veranstaltung am zweiten Wochenende im September fest zu etablieren.

WVÜ-Geschäftsführer Ernst Gräber ging im weiteren Verlauf nochmals kurz auf die Entwicklung ein, die zum Gassenmarkt führte. Ende der siebziger Jahre wurde die Idee einer Gewerbeschau für Firmen und Geschäfte im Überwald geboren und mit der ersten Veranstaltung in einem Zelt und in der Turn- und Festhalle in der Rudi-Wünzer-Straße in die Tat umgesetzt. Diese Gewerbeschau führte auch zur Gründung der WVÜ, die aus der Interessengemeinschaft Überwälder Gewerbetreibender 1979 hervorging.

Weitere Ausstellungen fanden an gleicher Stelle in den Jahren 1980, ’81, ’83 und ’86 statt. Mit dem Bau des Tenniszentrums war es möglich geworden, die Veranstaltungen in einer Halle durchzuführen und das angrenzende Freigelände zu nutzen. Die Überwälder Verkaufsausstellung fand dort sechs Mal statt.

Einen Tiefpunkt erlebte die WVÜ, als das Tenniszentrum nicht mehr zur Verfügung stand und sich die Gewerbetreibenden mit der Großraum-Turnhalle nicht anfreunden konnten. „Zum Glück kamen 2001 zwei junge Damen auf die Idee eines Marktes im Ortskern“, sagte Gräber. Mit weiteren jungen Gewerbetreibenden seien sie bereit gewesen, sich auch aktiv im Vorstand der WVÜ einzubringen und das Projekt umzusetzen.

Der Markt komme bei den Gewerbetreibenden sehr gut an, was 70 und mehr Teilnehmer alljährlich belegten. Auch bei den Besuchern stoße diese Art der Präsentation auf positive Resonanz. Mit der Sperrung der Ludwigstraße habe dieser Bereich eine wesentliche Belebung erfahren, da die Geschäfte mit ihren Aktionen auf der Straße potenzielle Kunden ansprechen könnten. Bei der Aufgabe, den Gassenmarkt für die Gewerbetreibenden interessant und die Besucher attraktiv zu gestalten, sei die WVÜ auch auf die Ideen und die Unterstützung der Firmen und Geschäfte angewiesen, merkte Gräber an.

Bürgermeister Joachim Kunkel würdigte das Engagement der Verantwortlichen der WVÜ und dankte allen, die ihren Teil dazu beitrugen, dass dieser „Höhepunkt der Region“ wieder stattfinde. In diesen Dank bezog er auch Reuber mit ein. „Wir wollen und brauchen eine aktive Geschäftswelt“, betonte er, „dann müssen die Geschäftsleute auch die Möglichkeit haben, für ihr Angebot zu werben.“ Durch das Programm der Einfachen Stadterneuerung sei durch Umleitungs-Strecken die Möglichkeit geschaffen worden, die Ludwigstraße zu sperren. Bei einem Rundgang über den Gassenmarkt verschafften sich die Ehrengäste einen eigenen Eindruck von dem umfassenden Angebot.

Quelle: Odenwälder Zeitung 13. SEPTEMBER 2010, kko

Eingestellt von Wirtschaftsvereinigung Überwald am 02.09.2011